grabmalpreis gewinner fuchsDie Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpflegepreises und des Grabmalpreises. Die Urkunden für die 2015 ausgeschriebenen Wettbewerbe wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2016 an neun Steinmetzmeister und eine Steinmetzmeisterin überreicht.

Der Denkmalpflegepreis der Bundesinnung würdigt herausragende handwerkliche Leistungen an steinernen Denkmalen aus Stein. Teilnahmeberechtigt für den im zweijährlichen Rhythmus ausgeschriebenen Denkmalpflegepreis sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Kriterien für die Bewertung der eingereichten Projekte sind neben der Beachtung der Grundsätze und Qualitätsansprüche der Denkmalpflege die handwerkliche Ausführung, die Kreativität sowie das Gefühl für den Umgang mit dem Werkstoff Naturstein.

Insgesamt nahmen neun Unternehmen mit 13 Projekten teil. Die Preisträger erhielten am 28. Januar 2016 im Rahmen der Denkmalpflegemesse MONUMENTO 2016 ihre Urkunden aus der Hand von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker. Gewinner vom Wettbewerb 2015 ist die Wolfgang Ecker GmbH aus Traiskirchen für die Rekonstruktion der Kirchturmspitze der Pfarrkirche Breitensee. Bei der Preisverleihung betonte Ecker die Bedeutung der Steinmetzen in der Denkmalpflege: "Denkmale aus Stein sind allgegenwärtig. Sie sind als Teil unserer kulturellen Identität anerkannt. Der Steinmetz leistet durch seine Arbeit täglich einen unverzichtbaren Beitrag bei der Erhaltung dieser Kulturgüter."

Für Jurymitglied Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt sind Steinmetzen kompetente Ansprechpartner bei der Erhaltung von Denkmalen aus und mit Stein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erläuterte Nimmrichter die Bedeutung der handwerklichen Fertigkeiten, aber auch der Kenntnis der historischen Steinbearbeitungsmethoden, die durch Steinmetzen gepflegt werden.

 

1. Preis für eine Kirchturmspitze

Die Bandbreite der Einreichungen ist so vielfältig wie die Tätigkeit der Steinmetzen selbst: Von der Bodensanierung bis zur Rekonstruktion aufwendiger Fassadenteile an Fassaden spannte sich der Bogen bei dem seit 2012 bereits zum dritten Mal durchgeführten Wettbewerb. Mit der neuen Spitze für den Turm der 1898 eingeweihten, neogotischen Pfarrkirche Breitensee im 14. Wiener Gemeindebezirk setzte sich die Wolfgang Ecker GmbH im Wettbewerb durch. Die über drei Meter hohe, sogenannte Kreuzblume musste 2004 wegen Absturzgefahr abgenommen werden. In Absprache mit dem Bundesdenkmalamt wurde 2015 entschieden, die Kreuzblume wegen ihrer irreparablen Verwitterungsschäden neu aus St. Margarethener Kalkstein herzustellen. Dazu verarbeiteten die Traiskirchener Steinmetze insgesamt 12 Tonnen Rohmaterial. Die Einzelteile wurden mit einer Diamantseilsäge vorgeschnittenen und anschließend in traditioneller Handarbeit von Steinbildhauern ausgearbeitet. Im November 2015 wurde die mehrteilige Kreuzblume per Autokran in über 60 Metern Höhe zusammengefügt und sicher montiert.

Einen 2. Platz errang Erich Reichl aus Salzburg mit der Sanierung des Marmorbodens in der Blutkapelle im Stift Stams. Neben der Beschaffung geeigneten Originalmaterials bestand die Herausforderung für Reichl in der Sanierung und Sicherung des alten, durch aufsteigende Feuchtigkeit geschädigten Untergrundes. Den 3. Preis vergab die Jury aus Denkmalpflegern und Steinmetzmeistern an Michael Egger. Der Murauer Steinmetzmeister hatte das neogotische Familiengrabmal einer Steinbruch-Besitzerin saniert und aus vorhandenem Reststücken des betreffenden Steinbruchs ergänzt.

Je eine Anerkennung erhielten Ing. Gabriele Stuhlberger aus Wien für die Sanierung von Terrazzo-Fußböden in zwei Stiegenhäusern im Wiener Palais Hansen, Laurentiu Dascalu aus Gaishorn am See für die Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen am Natursteinmauerwerk und vier Grab-Ädikulen am alten Friedhof in Liezen sowie Richard Ehrlich aus Scheibbs für die Rekonstruktion von Säulen und Fassadenteilen an der Töpperkapelle in Neubruck.

Preis für das persönliche Grabdenkmal

Um das Bewahren und Erinnern als kulturellen gesellschaftlichen Wert dreht es sich auch beim zweiten auf der MONUMENTO verliehenen Preis. Mit dem Grabmalpreis fördert die Bundesinnung das handwerkliche Grabdenkmal mit individueller und persönlicher Gestaltung. Zugleich dient der Preis dazu, die Leistungen und die Bedeutung der Steinmetzen für die Trauerkultur in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Ein individuell gestaltetes Grabdenkmal hilft den Angehörigen, ihren Schmerz zu bewältigen und das kostbare Andenken zu pflegen. Das geschieht besonders dann, wenn die Hinterbliebenen und der Steinmetz gemeinsam die Idee für ein solches Grabmal entwickeln. Wie der Weg von der Idee über den Entwurf bis zur Ausführung im Idealfall verläuft, erläuterte Jurymitglied Dr. Arnold Reinthaler. Der freischaffende Künstler erläuterte anhand des Siegerprojekts die Bewertungskriterien für ein persönlich gestaltetes Grabmal. Laut Reinthaler beurteilt die Jury, ob neben der schöpferischen Leistung die Materialwahl, Form, Bearbeitung, Symbolik und das Ornament in harmonischem Einklang stehen und einen Bezug zur Persönlichkeit des Verstorbenen aufweisen. Beim Wettbewerb 2015 nahm die Jury das Bewertungskriterium des „geistigen Konzeptes“ neu hinzu, erläuterte Juror Dr. Arnold Reinthaler.

Siegerprojekte aus Salzburg und Oberösterreich

Gleich zwei Gewinner prämierte die Jury beim Grabmalpreis 2015: Der Salzburger Steinmetzmeister Raimund Fuchs entwickelte in ausführlichen Gesprächen mit den Angehörigen ein auf die Persönlichkeit des Verstorbenen abgestimmtes, individuelles Grabdenkmal „Elijas“. Das zweite Siegerprojekt ist das Grabdenkmal „Elias Taus“ der Brüder Norbert und Werner Kienesberger aus Grieskirchen; der Entwurf für dieses Denkmal stammt von Steinmetzmeisterin Ernestine Lehrer aus Wippenham. Das sanft geschwungene Grabdenkmal aus Kalkstein wurde zunächst auf einer computergesteuerten Maschine vorgearbeitet und anschließend in aufwendiger Handarbeit fein geschliffen. Den 2. Platz erreichte Johann Paar aus Fladnitz mit einer Kombination von schwebend aufgehängten Steinblättern. Den 3. Platz erkannte die Jury Rudolf Wienerroither aus Frankenburg zu. Anerkennungen gingen an ein weiteres Grabdenkmal von Norbert Kienesberger sowie an die Stein Baumgartner GmbH in Vöcklabruck.



Über die Bundesinnung der Steinmetze

Die Bundesinnung der Steinmetze ist die Spitzenorganisation aller österreichischen Steinmetzmeister unter der Leitung von Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker aus Traiskirchen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Kommunikation nach innen und außen sowie die Unterstützung der rund 700 Mitgliedsbetriebe in den Kernbereichen Friedhofskultur, Bau und Innenausbau sowie der Denkmalpflege. Weitere Schwerpunkte sind die berufliche Weiterbildung, die Arbeitssicherheit und die Förderung von qualifizierten Nachwuchs-Fachkräften.

Kontakt

Steinzentrum Hallein

Schaumburgergasse 20/6

A-1040 Wien

Fon (01) 505 69 60

Fax (01) 505 69 60-240

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http://wko.at/steinmetzmeister

Bildunterschriften
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Gratulation von Jury-Mitglied Mag. Johann Nimmrichter vom Bundesdenkmalamt (r.) an den Gewinner des Denkmalpflegepreises 2015 der Bundesinnung der Österreichischen Steinmetze, Wolfgang Ecker aus Traiskirchen, für die Rekonstruktion der Kreuzblume der Pfarrkirche Breitensee.

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Preisverleihung auf der Denkmalmesse MONUMENTO 2016: Der Gewinner des Denkmalpflegepreises 2015, Wolfgang Ecker (2.v.l.), mit den Jurymitgliedern DI Norbert Kienesberger und Mag. Johann Nimmrichter sowie Moderator Mag. Richard Watzke.

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Die Preisträger des Denkmalpflegepreises 2015 der Bundesinnung der Österreichischen Steinmetze nach der Preisverleihung auf der Denkmalpflegemesse MONUMENTO in Salzburg: Richard Ehrlich, Moderator Mag. Richard Watzke, Wolfgang Ecker, Michael Egger, Ing. Gabriele Stuhlberger, Laurentiu Dascalu, Juror Mag. Johann Nimmrichter (v.l.)

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Das Siegerstück des Denkmalpflegepreises 2015 fertig in der Werkstatt von Wolfgang Ecker in Traiskirchen: Die über 3 m hohe und fast 4 t schwere Kreuzblume für die Pfarrkirche Breitensee in Wien.

(Bildnachweis Richard Watzke)

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In traditioneller Handarbeit formt der erfahrene Steinbildhauer die neogotischen Blattornamente aus dem St. Margarethener Kalkstein.

(Bildnachweis Richard Watzke)

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Die Kreuzblume beim Versetzen: Zum Schutz vor Regen und Schnee ist die Turmspitze nach altbewährter Methode mit Bleiplatten verkleidet.

(Bildnachweis Richard Watzke)

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Verleihung des Grabmalpreises 2015: Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker, Juror Dr. Arnold Reinthaler, das Gewinner-Team Ing. Norbert Kienesberger, Steinmetzmeisterin Ernestine Lehrer und Werner Kienesberger sowie Moderator Mag. Richard Watzke (v.l.)

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Gewinner ex equo: Steinmetzmeister Raimund Fuchs (2.v.l.) erhält ebenfalls den 1. Preis beim Grabmalpreises 2015.

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Die Preisträger des Grabmalpreises 2015 der Bundesinnung der Österreichischen Steinmetze: Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker, Moderator Mag. Richard Watzke, Werner Kienesberger, Ing. Norbert Kienesberger, Rudolf Wienerroither, Ernestine Lehrer, Juror Dr. Arnold Reinthaler, Raimund Fuchs, Johann Paar und Bernhard Baumgartner.

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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Elegant geschwungen: 1. Preis für das Grabmal für Elias Taus vom Steinmetz-Meisterbetrieb Kienesberger.

(Bildnachweis Norbert Kienesberger)

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1. Preis für das persönlich gestaltete Grabdenkmal Elijas, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Steinmetzmeister und den Angehörigen entstand.

(Bildnachweis Raimund Fuchs)

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Auszeichnung auf der Denkmalpflegemesse MONUMENTO 2016: Die Preisträger vom Denkmalpflegepreis und dem Grabmalpreis 2015:

(Bildnachweis Wilfried Hummel, Ynet.at)

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