Auf die Frage »Welche Farbe hat die Liebe?« würden die meisten Menschen »Rot« antworten. Doch Rot ist nicht nur die Farbe der Liebe, der Wärme und der Erotik, sondern steht auch für Gefahr und Aggression. Wer schon einmal »rot vor Wut geworden ist« oder »rotgesehen « hat, der weiß, welche emotionale Wirkung diese Farbe hat. Die Farbe Rot hat offenbar eine einschüchternde Wirkung auf die Gegenspieler:
Denn bei der Farbwahl für Fußball-Trikots schneidet die Signalfarbe einer britischen Studie zufolge am besten ab. Die Farbe Rot wird wahrgenommen, sie zeigt Dominanz, setzt in Szene. Innerhalb eines Raumes erzeugen Rottöne ein Gefühl von Wärme, Nähe und Behaglichkeit. Sie lassen einen Raum allerdings kleiner wirken. Zurückhaltend eingesetzt unterstützt die Farbe Rot die Bereitschaft zur Kommunikation, die Überwindung von Schwellenangst.

In gesellschaftlichen Räumen wie Bars und Diskotheken hat sie eindeutig eine sinnliche Komponente. Für eine sinnliche Atmosphäre sorgen die roten Natursteine auch zum Beispiel als Bodenbelag in edlen Restaurants oder in komfortablen Wellnessanlagen.

 

Keine Farbe ruft bei Menschen so starke Gefühle hervor wie Schwarz.
Schwarz spricht steinzeitliche Existenzängste an. In der Dunkelheit lauerten die Tiere. Der Religionsforscher Jeffrey Burton Russell schreibt, Schwärze sei
fast überall mit dem Bösen assoziiert. Allerdings hat Schwarz offenbar auch eine faszinierende Wirkung. Schwarz ist die beliebteste Farbe bei Kleidung und die bestverkaufte Farbe bei Möbeln. Es wirkt unergründlich und extrem, zieht sich weder in den Raum zurück noch tritt es aus ihm hervor. Es suggeriert Autorität, Überlegenheit und Würde.

Schwarze Natursteine sind Dauerseller, ob matt oder poliert. Sie kommen oft dort zum Einsatz, wo sie Seriösität vermitteln sollen: etwa in den Eingangsbereichen von Banken und Versicherungen. In Verbindung mit Gold stehen sie für leicht dekadenten Luxus.

 

Weiß ist die Summe aller Farben. Es symbolisiert Reinheit, Licht, Unschuld und das Neue. In Ägypten war Weiß die Farbe der Freude und des Glücks. Weiße Tiere werden als gottnahe Lebewesen betrachtet. Zeus erschien Europa als weißer Stier. Der Heilige Geist zeigte sich als weiße Taube. Weiß gegen Schwarz, das ist das Gute gegen das Böse, der Tag zur Nacht. Weiß ist Ausdruck einer nicht sinnlichen Heiterkeit – und gegebenenfalls Vornehmheit. Beim Wohnen bewirkt es Klarheit, schlichte Sachlichkeit und strahlt Helligkeit aus. Doch Achtung vor allzu viel Weiß: Es gibt den Augen keinen Halt und kann freudlos still wirken. Wenn eine wärmende Raumatmosphäre gewünscht wird, empfiehlt es sich, anstatt zu Perlweiß zu »farbigem Weiß« zu greifen – von Vanille über Creme bis Natur oder Schnee.

Reines Weiß findet sich bei Natursteinen nur bei sehr wenigen Marmoren, doch die Auswahl an creme- oder sandfarbenen oder beigen Steinen ist unendlich. Sie sind dezent und unaufdringlich und sorgen dennoch für eine warme Atmosphäre.

Als neutralste Farbe wird Grau oft als zurückhaltend empfunden,
zugleich wirkt es formell, würdevoll und autoritär. Da ihm die Emotionen der Sättigung fehlen, erscheint es distanziert und verweist auf unantastbaren Reichtum. Grau wird häufig mit Technologie in Verbindung gesetzt, vor allem wenn es sich als Silber präsentiert. Dann werden damit Präzision, Kontrolle, Kompetenz, Kultiviertheit und Industrie assoziiert. Auch wenn graue Granitarbeitsplatten gerne in Küchen eingesetzt werden, rät die Farbpsychologie davon ab – es sei denn, man möchte abnehmen, denn Grau verdirbt den Appetit.

Graue bis dunkelgraue Natursteine strahlen, vor allem mit matter Oberfläche, eine schlichte, zeitlose aber auch kühle Eleganz aus. Und die polierten Salz- und Pfeffersteine erfreuen sich, da meist robust und preiswert, einer ungebrochenen Beliebtheit.

 

Gelb vermittelt Licht, Heiterkeit und Freude. Es steht auch für Wissen, Weisheit, Vernunft und Logik. Gelb ist die hellste und kommunikativste Farbe: Sie wirkt strahlend und  weitend. Gerade in Zimmern mit geringem Tageslichteinfall geht mit Gelb die Sonne auf. Hellgelbe Decken werden heller und strahlender empfunden als weiße. In Kombination mit Grün- und Blautönen entsteht eine natürliche und frische Raumwirkung. Gesellen sich Rot und Orange oder sogar Pink zu Gelbtönen, kann die Stimmung warm und anregend bis exotisch werden. Natürliche Steine in Gelbtönen haben in der Regel immer eine warme goldene Nuance. Eine besonders edle Variante ist Onyx. Hinterleuchtet ziert er nicht nur Hotellobbys, sondern auch Bars oder die Theken edler Läden.

 

Die Farbe braun polarisiert. Für die einen ist sie schmutzig und langweilig, spießig und angepasst. Auf der anderen Seite wird braun mit Erde und Holz assoziiert, verbreitet ein Gefühl von Behaglichkeit und Sicherheit. Aufgrund des organischen Bezugs verbindet man damit Zeitlosigkeit und bleibende Werte. Außerdem steht braun für Robustheit und Fleiß. Durch seine Verbindung zu Erde erinnert es an  Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit. Vielleicht kommt es deswegen gerade in kostenbewussten Zeit in Mode. Positiv besetzt ist es auch wegen des steigenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins.  Natürliche, unbehandelte Materialien sind häufig braun, gesunde Lebensmittel wie Vollkornprodukte, ungeschälter Reis sind es auch. Und nicht zuletzt steht braun auch für Genuss, wenn man an Kaffee oder Schokolade denkt. Für die Raumgestaltung kommt es stark auf die Nuancen an. In der Regel gilt: zu viel braun wirkt erdrückend, in der Kombination mit frischen, kühlen Farben kann es sehr edel wirken.

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