Der „Mund der Wahrheit“ wurde für die Landesgartenschau in Kremsmünster angefertigt. Das Werkstück wurde explizit darauf ausgerichtet, dass nur Schlägel und Eisen sowie handgeführtes Werkzeug mit Druckluft zum Einsatz kamen. Um das Werk in den gleichen Dimensionen wie das Original zu erarbeiten, war es notwendig vor Ort (Rom) Maß zu nehmen. Mit einem Gewicht von ca. 1300Kg, einem Durchmesser von 176cm und einer Stärke von 22cm wurde der Bocca della Verità aus Untersberger Marmor gefertigt.

Bereits die Auswahl des Monoliths im Steinbruch Fürstenbrunn gestaltete sich schwierig, da ein Werkstück in diesen Größenmaßen nicht einfach zu finden ist.

Basierend auf den Originalabmessungen und Bildaufnahmen wurden Skizzen und Schablonen angefertigt. Dem Riss entlang sind die Gesichtszüge 1:1 übertragen worden.

Die tiefen Einarbeitungen der Skulptur, die markanten Augenhöhlen, die betonte Dimension und Tiefe der Nase und Nasenlöcher, sowie auch des offenen Mundes waren ein anstrengendes und herausforderndes Abenteuer.

Die Oberflächen sind frei nach Hieb belassen, fein überbürstet und geschliffen.

Der Salzburger Handwerkspreis:
http://www.handwerkspreis.at/index.php/135-anerkennungspreis-bocca-della-verita-helmut-moser-steinmetzmeister-gmbh-co-kg

LGS KatalogWandel Screen dunkel 1Der Wandel des christlichen Grabmals

ein Beitrag Österreichischer Steinmetze zur OÖ Landesgartenschau Kremsmünster vom 21. April bis 15. Oktober 2017

Wer bin ich?
Woher komme ich?
Wohin gehe ich?
Menschsein umfasst viele Dimensionen. Der Blick in die Geschichte lehrt uns, dass die Kunst immer wieder nach Bildern für dieses Menschsein sucht, aber nicht nur mit Blick auf den Menschen, sondern auch mit Blick auf eine größere Dimension, auf einen umfassenderen Kontext, auf eine Gottesfrage. Der Blick geht aber auch auf sich selber, auf ein Du und auf die Gemeinschaft, die uns umgibt.

Das Ringen um die Bilder in diesem Feld ist eine stete Aufgabe, wie das Leben selbst.
Eine besondere Herangehensweise kommt hier den Grabmälern zu, dort, wo früher von den letzten Dingen die Rede war oder die Menschen einer fröhlichen Auferstehung harren. Jeder Mensch hat seine Geschichte und das Grab als einzigartiger Ort ist in der Regel eingebettet in die Gemeinsamkeit eines Friedhofs. Grabdenkmäler erzählen mit ihren Grunddaten und Gestaltungen von individuellen
Lebenswegen und können als Rückversicherungen des Dagewesenseins oder Daseins gelesen werden.
Ich bin.
Ich komme.
Ich gehe.

Hubert Nitsch / kunstreferent und diözesankonservator der diözese linz

Hier können Sie den Katalog downloaden: pdfLGS_KatalogWandel_Screen_dunkel.pdf

Am Sonntag, 9. Juli 2017 stellten die Salzburger Steinmetze den Besuchern des Freilichtmuseums Großgmain ihr Können vor. Die Bearbeitung von Naturstein wurde mit der traditionellen Oberflächenbearbeitung mit Hammer und Meißel gezeigt sowie die modernen Bearbeitungsschritte mit dem Drucklufthammer. Beide Arten setzen Geschick, Präzision, Können und Ausdauer im Umgang mit Naturstein voraus. Viele Besucher des Handwerkstages interessierten sich für die Formbarkeit von Naturstein und legten selber Hand an, um ein Gespür für unseren natürlichen Werkstoff zu bekommen.

Das Berufsbild des Steinmetzes umfasst ein weitgespanntes Aufgabenfeld, von Naturstein in Architektur und Bau, für Einrichtungen und Innenarchitektur, für Garten und Landschaftsbau, für Restaurierung und Denkmalpflege, für Friedhof und Grabmal, sowie Kunst und Design.

 

Dominika Nemeth 3

18 Jungsteinmetze aus Österreich fuhren nach Ungarn zum diesjährigen Steinfestival. Das Festival, das bestens organisiert war, fand mitten in der Stadt Kiskunfelegyhaza, vor der Rathauskulisse, statt. Einige bekannte Gesichter, die bereits am

Festival in Salzburg 2016 teilgenommen haben, konnten wir wieder treffen. Insgesamt waren knapp 100 Teilnehmer mit von der Partie. Erfreulich ist, dass eine Schülerin der Steinmetzfachschule Hallein, Dominika Nemeth, den 2. Platz in der Kategorie Lehrlinge erreichen konnte.
Weitere Informationen unter www.stein-festival.de.

 

Foto Lange Nacht 2017Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze präsentiert die Lange Nacht der Steinmetze am 1. Juni 2017

Um unser Handwerk der Öffentlichkeit zu präsentieren findet heuer wieder die LANGE NACHT DER STEINMETZE am Donnerstag, 1. Juni 2017 statt.

Der Steinmetz bringt Ihnen das Wunder der Natur in Ihren Lebensraum und erweckt die im rohen Stein verborgene Schönheit durch Schleifen und Polieren seiner Oberfläche. Schauen Sie hinter die Kulissen und lassen Sie sich von der Bearbeitung des Natursteins begeistern. Erleben Sie die traditionelle Handwerkskunst, verbunden mit modernem Maschineneinsatz. In ungezwungener Atmosphäre die Vielfalt der Bearbeitungsmethoden kennenlernen oder sich selber mit Hammer & Meißel am Stein versuchen.

Das Berufsbild des Steinmetzes umfasst ein weitgespanntes Aufgabenfeld, von Naturstein in Architektur und Bau, für Einrichtungen und Innenarchitektur, für Garten und Landschaftsbau, für Restaurierung und Denkmalpflege, für Friedhof und Grabmal, sowie Kunst und Design. Lassen Sie sich von der Begeisterung eines Steinmetzes für seinen Beruf anstecken und die Verwendungsmöglichkeiten von Naturstein und seine Vielfalt vorstellen.

Teilnehmende Steinmetzbetriebe 2017:

Wien: Schubert Stone GmbH in 1230 Wien Niederösterreich: Wolfgang Ecker Gesellschaft m.b.H. in Traiskirchen, Ehrlich Steinwelten GmbH in Scheibbs und Waidhofen/Ybbs, Kern Steinmetzmeister e.U. in Melk, Steinmetzmeister Ing. Gernot Krippel in Zistersdorf, Steinmetzmeister Friedrich Mahringer GmbH in Waidhofen/Thaya, Leopold Pfeiffer SteinmetzgesellschaftmbH in Schrems, Rene Puhr NaturSteinVergnügen in Großgerungs, Steinbauzentrum und Hans Tremmel GmbH in Böheimkirchen Oberösterreich: Kienesberger Steinmetzmeister GmbH & Co KG in Schlüsslberg, Dietmar Steller Steinmetzmeister e.U. in Wels, Unika Natursteinwerke GmbH in Lengau Salzburg: Steinfachschule in der HTL Hallein Tirol: Gitterle-Steine GmbH in Landeck, Schwienbacher Martin in Landeck, Steinmetz Neumayr in Oberndorf in Tirol Steiermark: Steinmetzunternehmen Reinisch GmbH in Schwarzautal, Stein Schwab in Wies, Steinbau Staubmann GmbH in Spielberg, Erich Trummer Steinmetzmeister e.U. in Gnas Burgenland: Gustav Hummel GmbH & Co KG im Steinbruch/ St. Margarethen, Naturstein Wolfgang Kalman in Rotenturm, Stein Schwarz in Moschendorf, Tomaku Toth OHG in Gols Kärnten: Cekoni-Hutter Steinmetzmeister GmbH in Ferlach.

www.steinzentrum.org

 

L1002030Projektbeschreibung: Pfarrkirche Mariapfarr

Im Vordergrund stand die Restaurierung des historischen Fußbodens aus Schaitberger Marmor. Aufgrund räumlicher Änderungen sollten zusätzliche Bodenflächen verlegt und der Altarraum neu gestaltet werden.

Nachdem kein entsprechendes Gestein mit dem einmaligen Charakter des Schaitberger Marmors gefunden wurde, ist nach einer intensiven Planungsphase der Steinbruch in Obertauern wieder aktiviert worden.

Die unförmigen Steine wurden unter Bedacht auf ihre Lagerrichtung in faserarmierten Beton eingegossen. Dadurch konnten die Blöcke stabilisiert und mit Gattersägen zugeschnitten werden. Die gealterte Oberfläche wurde dem Bestand durch mehrere handwerkliche Arbeitsgänge angepasst.

Die mittelalterlichen Marmorplatten waren noch im ursprünglichen Kalkmörtelbett versetzt und die schieferne Oberfläche verlieh dem Boden seinen alterswertigen, historischen Charakter. Diesen galt es bei den Neuflächen und den restaurierten Bereichen nachzuahmen.

Für den Altarraum sollten ein neuer Altar und Ambo gestaltet werden. In der Apsis mit vielen unterschiedlichen Bauphasen von Mittelalter, Barock und Neuzeit sollte der Volksaltar harmonisch eingebunden werden. Im Zuge der Materialgewinnung konnte ein Block des Schaitberger Marmors mit 20 Tonnen abgebaut werden. Es galt die „gewachsene“ Oberfläche des einzigartigen Steines in Einklang mit der umliegenden Architektur zu bringen. Eine zurückhaltende, schlichte Bearbeitung sollte die natürlich entstandene Formgebung zur Geltung bringen.

Juryentscheidung:

Bei der Pfarrkirche Mariapfarr ging es darum Boden und Altarraum neu zu gestalten mit besonderer Berücksichtigung des kunsthistorischen Ranges dieser spätgotischen Kirche. Anerkennung verdient die Suche und Beschaffung des geeigneten Materials, die unter zum Teil schwierigen Bedingungen erfolgt ist (Schaitberger Marmor aus Obertauern). Handwerklicher Erfindergeist war zur Bewältigung der Aufgabe zwingend erforderlich.

Inserat Meister weg Lehrplatz weg 90x60mm Inserat Von nichts kommt nichts 90x60mm

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