Die Innung als Chance nutzen

Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte Funktionäre des Bundesinnungsausschusses für ihre langjährige Tätigkeit. Engagierte Innungsarbeit soll die Interessen der Steinmetze auch in Zukunft wahren und fördern.

An einem Festabend auf der Festung Hohensalzburg würdigte Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker zahlreiche Funktionäre der Bundesinnung der österreichischen Stein¬metze für ihre engagierte Mitarbeit während der letzten 15 Jahre. In seiner Festrede zog Ecker ein Resumée über die Ergebnisse der Innungsarbeit der vergangenen fünf Jahre.

Ein einschneidendes Ereignis war der 2010 erfolgte Wechsel der Steinmetze ins sogenannte B-Modell. Dadurch hatte die Bundesinnung die Vertretung der Interessen sämtlicher Innungsmitglieder zentral auf Bundesebene übernommen. Auf Landesebene wurden in dem Zusammenhang Fachvertretungen als Ansprechpartner für interne Belange und Anfragen von außen eingerichtet. Für 2015 steht den Steinmetzen durch die von der Wirtschaftskammer Österreich initiierte Fusionierung der Bundesinnung der Steinmetze mit der Innung des Bauhilfsgewerbes erneut ein tiefgreifender Wandel bevor, erklärte der Bundesinnungsmeister.

Entscheidungsfreiheit bewahren

Ab 2015 wird der Berufszweig der Steinmetze innerhalb der Innung des Bauhilfsgewerbes auf Länderebene wieder einschließlich der Finanzen selbständig sein. Beschlüsse müssen somit nicht mehr auf Bundesinnungsebene, sondern wieder in den Ländern in der Innung des Bauhilfsgewerbes gefasst werden. Ecker sieht daher gute Chancen für die Steinmetzen, sich österreichweit durch eine engagierte und konstruktive Mitarbeit in der Innung des Bauhilfsgewerbes als schlagkräftige Standesvertretung präsentieren zu können. Entscheidend ist dabei auch die finanzielle Unabhängigkeit, um notwendige Aktivitäten der Interessenvertretung der Steinmetze aus eigener Kraft durchzuführen. Auf diese Weise soll es den Steinmetzen gelingen, sich in wirtschaftlichen und gesellschafts¬politischen Angelegenheiten nach innen und außen gut sichtbar zu positionieren.
Hintergrund der Fusionierung ist ein Reformschritt der WKO, in dessen Rahmen zahlreiche kleinere Innungen zu größeren Einheiten zusammengelegt werden. Obwohl die Steinmetzen mit 700 Mitgliedsbetrieben und tausenden Arbeitsplätzen ein bedeutsamer Teil des österreichischen Handwerks sind, ist auch dieses traditionelle und im Baubereich, in der Denkmalpflege und im Friedhofsbereich vielseitig aktive Gewerbe von der geplanten Zusammenlegung betroffen. Ecker apellierte an die anwesenden Funktionäre, dass der Zeitpunkt gekommen sei, aus der Not eine Tugend zu machen und die Fusionierung sorgsam vorzubereiten.

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