In Puch bei Salzburg wurde eine Bestattungswiese mit Denkmal für naturnahe Bestattungen errichtet. Die Symbolik gilt für alle Kulturen und Glaubensrichtungen.

Mit der Gestaltung der Anlage für alle Menschen, egal welcher religiösen oder frei denkenden Gesinnung, wurde der Pucher Steinmetzmeister Erich Schwab beauftragt.

Bei der feierlichen Eröffnung im Juni 2016 sprachen die Vertreter unterschiedlicher Religionsgemeinschaften über das jeweilige Verständnis vom Leben und vom Tod. Die Sikhs begannen, als älteste der Religionen, gefolgt vom Vertreter der Buddhisten, der Pfarramtsleiterin der römisch-katholischen Kirche, dem muslimischem Vertreter, dem evangelischem Pfarrer sowie einem Atheisten.
Das Denkmal als Mittelpunkt der Bestattungswiese wurde aus Untersberger Marmor gestaltet. Jedes der beiden Seitenteile, ausgebildet als Tor, wiegt 1,8 Tonnen. Die Symbolik des Denkmales soll wertfrei für alle religiösen Gemeinschaften und Freidenker sein, erklärt Erich Schwab.

Die Grundidee bei der Gestaltung des Denkmals ist ein Menschenleben. Die Öffnung, im oberen Teil des Torbogens, symbolisiert den Mutterschoß, die Sterne in der Grundplatte die Geburt. Die eingravierten Linien stellen das Leben bis zum Tod dar, diese enden in einem einfach gestaltetem Schlussstein hinter dem Tor. Sowohl Sterne als auch Lebenslinien sind unterschiedlich gestaltet, weil kein Menschenleben dem anderen gleicht. Für das Sterben wurde keine Symbolik verwendet. Das formlose Ende der Lebenslinie im Schlussstein versinnbildlicht das Warten auf die Wiederauferstehung, auf die Wiedergeburt, den Wechsel in eine andere Welt oder ins Nichts.

Die Kanten der Torbogenteile wurden rau mit Bohrlöchern gestaltet, weil sie den noch hilflosen und unwissenden Menschen bei der Geburt darstellen. Die glatte, vordere Fläche symbolisiert die Entwicklung und Reifung des Menschen im Laufe der Zeit durch eigenes oder fremdes Zutun.
Je nach Wunsch der Verstorbenen oder Angehörigen sind auf der Urnenwiese verschiedene Arten der Beisetzung möglich. Neben anonymen Beisetzungen können auch Schriftplatten an den jeweiligen Hälften des Tores angebracht werden. Mit der einheitlichen Höhe der Schriftplatten wird die Gleichwertigkeit der Menschen dargestellt. Der Name, die unterschiedliche Schriftart und die Färbung der Inschrift hingegen hebt die Individualität des Verstorbenen hervor.

Die von Schwab gewählte Symbolik des Denkmals findet bei allen religiösen Gruppen und der Pucher Bevölkerung allgemeine positive Zustimmung, ebenso die naturnahe Bestattungsform auf der abgegrenzten, nicht betretbaren Urnenwiese.

Ausführender Steinmetzbetrieb: Schwab Granit+Marmor G.M.B.H.,  www.steinmetz-schwab.at,

Fotos: ynet.at, Wilfried Hummel

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Das von Steinmetzmeister Schwab gestaltete Denkmal für die Bestattungswiese.

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v.l.nr. Kulbir Singh (mit Begleitung), T.Demirci, Dr. Peter Gabriel, Bernhard Schweizer, Dr. Anna Grabner, Mag. Jakob Gfrerer- Altbürgermeister von Puch und Vertreter der Menschen ohne Bekenntnis, Erich Schwab, Helmut Klose

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