L1002030Projektbeschreibung: Pfarrkirche Mariapfarr

Im Vordergrund stand die Restaurierung des historischen Fußbodens aus Schaitberger Marmor. Aufgrund räumlicher Änderungen sollten zusätzliche Bodenflächen verlegt und der Altarraum neu gestaltet werden.

Nachdem kein entsprechendes Gestein mit dem einmaligen Charakter des Schaitberger Marmors gefunden wurde, ist nach einer intensiven Planungsphase der Steinbruch in Obertauern wieder aktiviert worden.

Die unförmigen Steine wurden unter Bedacht auf ihre Lagerrichtung in faserarmierten Beton eingegossen. Dadurch konnten die Blöcke stabilisiert und mit Gattersägen zugeschnitten werden. Die gealterte Oberfläche wurde dem Bestand durch mehrere handwerkliche Arbeitsgänge angepasst.

Die mittelalterlichen Marmorplatten waren noch im ursprünglichen Kalkmörtelbett versetzt und die schieferne Oberfläche verlieh dem Boden seinen alterswertigen, historischen Charakter. Diesen galt es bei den Neuflächen und den restaurierten Bereichen nachzuahmen.

Für den Altarraum sollten ein neuer Altar und Ambo gestaltet werden. In der Apsis mit vielen unterschiedlichen Bauphasen von Mittelalter, Barock und Neuzeit sollte der Volksaltar harmonisch eingebunden werden. Im Zuge der Materialgewinnung konnte ein Block des Schaitberger Marmors mit 20 Tonnen abgebaut werden. Es galt die „gewachsene“ Oberfläche des einzigartigen Steines in Einklang mit der umliegenden Architektur zu bringen. Eine zurückhaltende, schlichte Bearbeitung sollte die natürlich entstandene Formgebung zur Geltung bringen.

Juryentscheidung:

Bei der Pfarrkirche Mariapfarr ging es darum Boden und Altarraum neu zu gestalten mit besonderer Berücksichtigung des kunsthistorischen Ranges dieser spätgotischen Kirche. Anerkennung verdient die Suche und Beschaffung des geeigneten Materials, die unter zum Teil schwierigen Bedingungen erfolgt ist (Schaitberger Marmor aus Obertauern). Handwerklicher Erfindergeist war zur Bewältigung der Aufgabe zwingend erforderlich.

Zum Seitenanfang